Vom the YARD in Kreuzberg bist Du in etwa zehn Minuten zu Fuß am Jüdischen Museum Berlin. Ein Ort zum Innehalten, mit ruhigem Quartier danach.
Das Jüdische Museum Berlin in der Lindenstraße ist Europas größtes jüdisches Museum. Der signifikante Libeskind-Bau gehört zur Ausstellung dazu. Von unserem the YARD Berlin in der Alexandrinenstraße bist Du in etwa zehn Minuten zu Fuß dort.
Jüdisches Leben – nicht nur Gedenken
Du kommst her, wenn Du jüdisches Leben in Deutschland als Geschichte, Alltag und Gegenwart erleben willst. Die Dauerausstellung „Jüdische Geschichte und Gegenwart in Deutschland“ erzählt auf mehr als 3.500 Quadratmetern aus jüdischer Perspektive, vom Mittelalter bis heute. Fünf historische Kapitel führen Dich von den Anfängen in Aschkenas über Frühe Neuzeit und Emanzipation bis zur Katastrophe der NS-Zeit und zum Kapitel nach 1945. Genau dort liegt ein Schwerpunkt, von Neubeginn und Wiedergutmachung bis zur russischsprachigen Einwanderung und dem vielstimmigen jüdischen Alltag heute.
Acht Themenräume ergänzen den Rundgang und nehmen Religion und Kultur jenseits der reinen Chronologie in den Blick. Du begegnest der Tora, Fragen zu Gebot und Gebet, Schabbat, Klang und Kabbala, und Du hörst Stimmen, die erklären, wie jüdisches Leben heute gelebt wird. Über 1.000 Objekte, Medienstationen und Installationen machen Zugehörigkeit und Ausgrenzung greifbar, und die Räume wirken bestimmt länger nach. Das Museum befindet sich mitten in Kreuzberg.
Das Ensemble besteht aus dem barocken Altbau, dem Zickzack von Daniel Libeskind, der W. Michael Blumenthal Akademie und ANOHA, der Kinderwelt in der ehemaligen Blumengroßmarkthalle. Du kannst einen Nachmittag nur dem Bau widmen oder Ausstellung, Garten und Kiez miteinander verbinden.
Architektur, die Du spürst
Daniel Libeskind nannte seinen Entwurf Between the Lines. Er wollte kein neutrales Museumsgehäuse, sondern deutsch-jüdische Geschichte erzählen. Der Libeskind-Bau ist sein erster realisierter Museumsbau. Von außen wirkt der Zickzack aus Titanzink eigenständig, und die schrägen Fenster lassen keine klare Geschossgliederung erkennen. Den Eingang findest Du übrigens im benachbarten barocken Altbau, dem ehemaligen Kollegienhaus. Es ist das letzte erhaltene Barockpalais in der historischen Friedrichstadt. Hier liegen Kasse, Garderobe und Info, dazu die Sonderausstellungsflächen, Museumsshop und Café. Nur unterirdisch gelangst Du in den Libeskind-Bau und damit in die Dauerausstellung.
Zwei Linien tragen den Grundriss. Die eine siehst Du als Zickzack, die andere bleibt unsichtbar und gerade. An den Kreuzungspunkten liegen die Voids, leere Betonschächte, die vom Keller bis unters Dach durchlaufen. Sie sind weitgehend ohne Klima und künstliches Licht und machen den Verlust jüdischen Lebens in der Schoa physisch spürbar. Manche sehen im Grundriss einen Blitz, andere einen zerbrochenen Davidstern. Die gewollte Desorientierung bietet viel Interpretationsspielraum und regt zum Nachdenken an.
Im Untergeschoss kreuzen sich drei Achsen. Die Achse des Exils, die Achse des Holocaust und die Achse der Kontinuität stehen für unterschiedliche jüdische Lebenswege in Deutschland. Entlang der Achsen erzählen Objekte von Verfolgung, Emigration und Erinnerung. Die Achse des Exils führt in den Garten des Exils. 49 Stelen stehen auf schrägem Boden und Ölweiden wachsen oben heraus. Die Achse des Holocaust endet im Holocaust-Turm, einem kühlen, dunklen Betonschacht mit einem schmalen Lichtschlitz. Der Ort wirkt ohne Erklärung. Über die Achse der Kontinuität und eine lange Treppe kommst Du später in die Dauerausstellung. Oben markieren die Void-Brücken die Leerräume im Bau.
Aktuelle Sonderausstellungen stehen auf der Website des Museums.
So planst Du Deinen Besuch
Geöffnet ist dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr, letzter Einlass um 17 Uhr. Montags bleibt das Haus geschlossen, dazu kommen Schließtage an hohen Feiertagen. Öffnungszeiten und Schließtage prüfst Du am besten auf der Seite Rund um den Besuch.
Der Eintritt in die Dauerausstellung und in weite Teile des Libeskind-Baus ist kostenfrei. Wechselausstellungen im Altbau kosten laut Museum derzeit 10 Euro, ermäßigt 4 Euro, unter 18 ist der Eintritt frei. Ein Zeitfenster-Ticket im Online-Shop verkürzt die Wartezeit. An der Kasse gibt es Tickets ebenfalls, ANOHA braucht ein eigenes Zeitfenster.
Zwei Stunden sind das Minimum, drei sind ehrlicher, wenn Du Architektur und Ausstellung ernst nimmst. Der Zugang zu allen Ausstellungen liegt im Altbau. Such also nicht nach einer Haustür in der Zinkfassade.
Zehn Minuten durch Kreuzberg
Wenn Du von unserem the YARD die Alexandrinenstraße rausläufst, befindest Du Dich erst in einer ruhigen Wohnstraße zwischen Altbauten. Von dort erreichst Du nach etwa zehn Minuten die Lindenstraße und stehst vor dem Zickzack aus Titanzink mit den schrägen Fenstern. Der Eingang liegt im barocken Altbau daneben. Von dort gehst Du unterirdisch in den Libeskind-Bau.
Hast Du nach dem Museum noch Energie, kannst Du übrigens dieselbe Gegend für zwei weitere spannende Stationen nutzen. Die Berlinische Galerie mit ihrer Sammlung moderner Kunst liegt an der Alten Jakobstraße, östlich vom geschichtsträchtigen Checkpoint Charlie und damit näher am Museum. Checkpoint Charlie selbst erreichst Du in etwa zehn Minuten zu Fuß. Es bietet sich geradezu an, diese beiden Orte noch hinten dranzuhängen.
Mehr zur Lage in Kreuzberg steht auf unserer Seite Hotel Kreuzberg Berlin.
ANOHA mit Kindern
Das ANOHA ist die Kinderwelt des Museums für Kids von drei bis zehn Jahren und befindet sich ebenfalls im Ensemble. Sobald Ihr reinkommt, steht die große runde Holzarche im Raum. Manche Kinder sehen darin ein UFO, andere einen Bagel. Darauf und darum herum leben rund 150 Tier-Skulpturen. Fünfzehn Künstlerinnen und Künstler haben sie zwei Jahre lang aus wiederverwerteten Materialien und Alltagsgegenständen gebaut. Die Kinder können die Tiere anfassen, begrüßen, füttern oder darauf klettern. Manche Skulpturen sind Klettergerüst, andere Liege, Instrument oder Kugelbahn. Es sind auch ausgestorbene und bedrohte Arten dabei, und das Thema Artenschutz steckt ganz natürlich im Spiel.
Drumherum liegen die Spielstationen. An der 14 Meter langen Wasserstrecke testet Ihr, ob das selbst gebaute Boot schwimmt, löst eine kleine Flut aus oder staut das Wasser. In der Einhornklasse lernen alle von allen, und im Zentrum der Arche könnt Ihr durch Futuroskope schauen und Ideen für die Zeit nach der Flut sammeln. Am Regenbogen geht es um Entscheidungen, und beim Hör- und Suchspiel fehlt noch jemand auf der Arche.
Das ANOHA ist ein Stoppersocken-Museum. Bring am besten rutschfeste Socken mit. Du kannst sie auch vor Ort für 3 € kaufen. Die vom ANOHA empfohlene Aufenthaltszeit beträgt zwei Stunden. Es macht Sinn, ein Zeitfenster-Ticket im Voraus zu buchen.
Übrigens gibt es bei uns im the YARD Berlin Familienzimmer mit zwei Doppelzimmern und Verbindungstür oder Belegung mit drei Personen.
Gegenüber vom Museum am Fromet-und-Moses-Mendelssohn-Platz liegt die W. Michael Blumenthal Akademie in der ehemaligen Blumengroßmarkthalle. Im Vordergrund stehen die Bibliothek mit öffentlich zugänglichem Lesesaal sowie Archiv und das Klaus Mangold Auditorium für Veranstaltungen. Seminar- und Workshop-Räume gehören ebenfalls dazu.
Zurück im the YARD
Nach einem Tag in der Ausstellung kannst Du herrlich in unserem Spa entspannen. Du kannst saunieren, in den Pool hüpfen oder Dich ein bisschen an den Fitnessgeräten auspowern. Wie das im Alltag aussieht, erzählen wir im Spa-Artikel zu the YARD.
Wenn Du nach dem Spa den Abend noch mit einem guten Essen rund machen willst, liegt unser Restaurant-Guide für Kreuzberg bereit, mit dem Rutz Zollhaus als nahem ersten Tipp.
Unser the YARD Berlin in der Alexandrinenstraße
Wenn Du das Jüdische Museum Berlin von einer ruhigen Kreuzberger Wohnstraße aus angehen willst, ist unser the YARD Berlin genau dafür da. Annehmlichkeiten wie der bequeme Online Check-in und eine 24-Stunden-Rezeption gehören selbstverständlich dazu. Das Hotel ist Deine ideale Homebase für alle Kreuzberg-Abenteuer.
Auf der Hotel-Seite findest Du Zimmer, Lage und die direkte Buchung. Für mehr Kreuzberg vor der Anreise lohnt ein Blick in unsere little BIG stories.