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Berlin the YARD Berlin

Friedrichshain Guide vom the YARD Berlin

04. September 2026 · little BIG hotels

Vom the YARD Berlin nach Friedrichshain. Oberbaumbrücke, East Side Gallery und Kiezleben rund um Boxi und Karl-Marx-Allee.

Vom the YARD Berlin nach Friedrichshain

Friedrichshain ist einer dieser Berliner Stadtteile, die Du nicht nur abhakst, sondern wirklich erleben musst. Die dichte Fülle an Eindrücken, Gastro und Kiezleben haben so nicht viele deutsche Städte. Unser Fokus liegt zwischen der Warschauer Straße im Westen, der Frankfurter Allee im Norden und dem Ostkreuz im Osten. Dazwischen liegen der Boxhagener Platz, kurz Boxi, die belebte Simon-Dach-Straße, das RAW-Gelände (früher Bahnwerkstatt, heute Kultur und Clubs) und all die vielen Cafés und Restaurants.

Du startest bei uns im the YARD Berlin in der Alexandrinenstraße. Der ganze Weg zu Fuß bis zur Oberbaumbrücke dauert eher gut vierzig Minuten und mehr. Bequemer und ehrlicher ist die U-Bahn. Vom U-Bahnhof Prinzenstraße sind es nur drei Stationen zum Schlesischen Tor. Von dort ist es nur noch ein kurzer Lauf auf die Brücke. Wenn Du Kreuzberg schon vom Haus aus erkundet hast, zum Beispiel mit unserem Restaurant-Guide, ist Friedrichshain eine coole, Berlin-authentische Option für den nächsten Tag.

Schlesisches Tor und Oberbaumbrücke

Am Schlesischen Tor bist Du schon mittendrin im urbanen Berlin, mit Spätis, Pizza, Döner und einer quirligen Kreuzung. Der große Kontrast-Mythos zwischen ruhigem Kreuzberg und wildem Friedrichshain greift hier nicht. Schon hier merkst Du den Puls der Stadt, bevor Du die Brücke betrittst.

Und genau deshalb ist die Oberbaumbrücke das eigentliche Highlight dieses Übergangs. Sie verbindet Ost und West über die Spree, ist ein historisches Wahrzeichen der Stadt und gibt Dir die Aussicht, für die sich der kurze Fußweg vom U-Bahnhof lohnt. Bleib kurz stehen und schau aufs Wasser und auf die Boote. Blickst Du rechts Richtung Osten und hast gute Augen, erkennst Du die Molecule Men in der Spree, die großen Aluminiumfiguren von Jonathan Borofsky mitten im Fluss.

Bist Du über die Brücke, kannst Du sofort links abbiegen und zur East Side Gallery gehen. Entlang der Mühlenstraße steht noch ein langes Stück der Berliner Mauer. Nach dem Mauerfall 1989 bemalten Künstlerinnen und Künstler die Betonfläche. Seit 1990 ist daraus die längste Open-Air-Galerie der Welt geworden, Erinnerung an Teilung und Aufbruch zugleich. Du brauchst keinen Museumstag dafür. Ein Stück entlanglaufen, einzelne Bilder und den historischen Ort wirken lassen, weiterziehen reicht oft völlig.

East Side Gallery Bruderkuss

Von hier aus bist Du schnell wieder an der Warschauer Straße. Und die ist vom Takt her genauso laut und voll wie am Schlesischen Tor. Willst Du direkt ins dichteste Kiezleben, bleib einfach auf der Warschauer. Willst Du andere Eindrücke und etwas entspannter unterwegs sein, nimmst Du den Rudolfkiez.

Durch den Rudolfkiez nach Norden

Vom Brückenkopf lohnt der Schlenker durch den Rudolfkiez. Die Straßen sind ruhiger und wohnlicher, Du läufst nicht an der Hauptachse entlang, sondern durch Nebenstraßen bis zur Modersohnstraße.

Und dann kommt die Modersohnbrücke. Sie überspannt das breite Schienenbett zwischen Ostkreuz und Warschauer Straße und verbindet den Rudolfkiez mit dem Boxhagener Kiez. Von hier aus hast Du einen freien Blick über die Gleise Richtung Westen, oft bis zum Fernsehturm, mit RAW und den Hochhäusern an der Spree im Panorama. Züge rauschen darunter durch, der Horizont ist weiter als sonst in der dicht bebauten Stadt. Locals und Gäste setzen sich an die Brüstung, oft mit einem Späti-Getränk, und bleiben. Besonders am Abend lohnt das Verweilen. Die Sonnenuntergänge hier sind spektakulär. Die industriale Mischung aus Bahngleisen, Signaltechnik und Skyline hat einen einzigartigen, brachialen Charme.

Danach nimmst Du die Modersohnstraße weiter nach Norden ins Herz von Friedrichshain. Oben erwartet Dich der Kiez zwischen Boxhagener Platz, Simon-Dach-Straße und den Seitenstraßen Richtung Ostkreuz. Die Gastro-Dichte hier ist beeindruckend, mit italienisch, deutsch, asiatisch, Café, Kino und Eis. Du kannst Dich durchprobieren oder eher auf einen Klassiker setzen.

Am Boxi und rundherum

Der Boxhagener Platz, kurz Boxi, ist das Wohnzimmer dieses Viertels. Samstags oft Markt, sonntags Flohmarkt, drumherum Cafés und Menschen auf dem Gras. Die Simon-Dach-Straße und die Straßen drumherum sind die Abendachse. Es ist voll, international, manchmal laut und immer in Bewegung.

Zwischen all den Bars, Restaurants und Cafés hier lohnt trotzdem der Blick auf ein paar Kiez-Klassiker, die den Stadtteil seit Jahren prägen.

Il Ritrovo in der Gabriel-Max-Straße 2 ist der italienische Anlaufpunkt mit Pizza und Hausmannskost und seit Langem fest im Kiez verankert. Der besondere Charme liegt an den Wänden. Sie sind bekritzelt und voller Retro-Plakate für Punkrock-Konzerte, eher eine Mischung aus abgerocktem Club-Foyer und Bahnhofskantine als Hochglanz-Trattoria. Mutzenbacher in der Libauer Straße 11 und Schneeweiß in der Simplonstraße 16 stehen für den austro-alpinen Gegenpol mit Schnitzel, Knödel, Kaiserschmarrn und Co., einmal rustikal-locker, einmal etwas feiner interpretiert. Das Café Intimes an der Boxhagener Straße 107 ist vor allem für sein Frühstück bekannt und ein Anlaufpunkt von morgens bis abends. Es ist ein beliebter Ort zum Verweilen, Essen und Kaffee trinken. Gleich daneben liegt das Kino Intimes, seit 1909 Programmkino, damals noch als „Lichtspiele des Ostens“, eines der kleinen Ladenkinos Berlins mit dem Beinamen „Intimes Theater“. Heute spielen zwei Säle internationale Filmkunst, oft in Originalfassung, dazu Reihen und Kinderfilme. Das Flair ist bewusst intim, mit Holz und 70er-Jahre-Atmosphäre, modern ergänzt durch digitale Projektion. Wenn Du einen Filmabend im Kiez suchst, der nicht nach Multiplex riecht, bist Du hier richtig.

Für Nudeln mit Biss lohnt Mr. Noodle Chen in der Niederbarnimstraße 4, seit längerem im Kiez und bekannt für handgezogene Lanzhou-Rindfleischnudeln. Die Atmosphäre ist bewusst schlicht, eher basic. Geschmacklich dafür außergewöhnlich, und genau deshalb stehen hier oft Leute an.

Und dann das Eis. Duo in der Gabriel-Max-Straße 11. Sizilianisches Gelato, auf Wunsch mit Pistazien- oder Haselnussglasur, die auf dem Eis gefriert. Es schmeckt so gut, dass vor dem Laden oft eine Schlange steht. Plane Wartezeit ein, komm zu einer ruhigeren Stunde, oder schlag gleich am Schlesischen Tor zu. Dort hat Duo einen zweiten Laden in der Skalitzer Straße 82, praktisch auf dem Weg zur Brücke.

Bist Du mit kleinen Kindern unterwegs und brauchst eine Pause, lohnt das Smart Kids Café in der Revaler Straße 17. Im Family Play Café können die Kinder spielen, während Du Dich in Ruhe setzen und essen oder trinken kannst. Ein praktischer Zwischenstopp, bevor es weitergeht.

Frankfurter Tor und die große Allee

Willst Du dem Kiez kurz eine komplett andere Sicht auf Berlin gegenüberstellen, lohnt der Weg nach Norden zum Frankfurter Tor. Die beiden Türme von Hermann Henselmann markieren den östlichen Höhepunkt der ehemaligen Stalinallee. Heute trennt das Tor die Karl-Marx-Allee Richtung Westen und die Frankfurter Allee Richtung Osten.

Westlich liegt die Karl-Marx-Allee als breiter Boulevard der 1950er Jahre, mit Wohnpalästen im Zuckerbäcker-Stil, Arkaden und weiten Sichtachsen. Hier wollte Ostberlin den sozialistischen Wiederaufbau zeigen, Prachtstraße und Alltag zugleich. Die Wucht der Achse ist beeindruckend. Nach dem engen Boxhagener Kiez wirkt sie fast wie eine andere Stadt, und genau dieser Kontrast macht den Schlenker spannend.

Ein paar Blöcke Richtung Westen kannst Du im Café Sibylle an der Karl-Marx-Allee 72 Pause machen. 1953 als Milchbar an der damaligen Stalinallee eröffnet, später nach der DDR-Frauenzeitschrift Sibylle benannt, galt es lange als exklusive Adresse am Boulevard. Heute verbindet das Café Kaffee und Kuchen mit einer kleinen Ausstellung zur Geschichte der Allee, inklusive Kuriositäten wie Nachbildungen von Bruchstücken des alten Stalindenkmals. Der gelbe Neonschriftzug über der Tür gehört zum Bild der Straße dazu.

RAW Gelände bei Tag und Nacht

Südlicher Richtung Warschauer und Revaler Straße liegt das RAW-Gelände. Dort findest Du Street Art, Bars, Klettern und am Sonntag den Flohmarkt, und abends vor allem Clubkultur. Tagsüber kannst Du das Areal relativ entspannt durchlaufen. Nachts knallt die Revaler, weil hier eines der letzten dichten Club-Cluster aus den wilderen Friedrichshainer Jahren weiterlebt.

Direkt am Gelände liegt Urban Spree. Das ist Galerie, Biergarten und Street-Art-Anker zugleich. Auf dem RAW selbst liegen unter anderem das Cassiopeia (seit 2005 Club und Konzertlocation), der Techno-Club Der Weiße Hase und Crack Bellmer, alles unter der Adresse Revaler Straße 99. Das RAW-Gelände funktioniert tagsüber und vor allem abends und nachts.

Zurück im YARD

Wenn die Füße schwer und der Kopf voll ist, bringt Dich die U1 wieder Richtung Prinzenstraße und zurück zu unserem the YARD. Dann darfst Du den Tag wirklich ausklingen lassen, im Innenhof und Garten, und wenn Du magst mit Pool und Sauna im Haus. Unser Kreuzberger Boutique-Hotel ist genau für solche Tage gemacht.

Die Stops aus diesem Guide findest Du auf der Karte. Und wenn Du noch einen Kreuzberg-Abend anschließen willst, liegt unser Restaurant-Guide vom the YARD bereit.

Interaktive Karte

Alle Orte auf einen Blick

Kartengrundlage: © OpenStreetMap-Mitwirkende